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Das Ursprungszuchtbuch für die Rasse „Missouri Fox Trotter“ in Europa wird von der Züchtervereinigung European Missouri Fox Trotting Horse Association e.V. geführt. Die rechtlichen Grundlagen dieser Grundsätze sind das Zuchtprogramm der EMFTHA e.V., alle jeweiligen gültigen Bestimmungen der europäischen Union und das Regelbuch (Official Rule Book) der Missouri Fox Trotting Horse Breed Association (MFTHBA), Ava/USA.

Die Grundsätze für die Zucht der Rasse Missouri Fox Trotter wurden auf der Grundlage des „Official MFTHBA Rule Book“ erstellt. Sofern dort festgelegte Bestimmungen nicht mit dem EU-Tierzuchtrecht vereinbar sind, wurden Regelungen getroffen, die den Festlegungen des „Official MFTHBA Rule Book“ möglichst nahe kommen.

Mit diesen Bestimmungen werden die Grundsätze für die Zucht der Rasse Missouri Fox Trotter für alle Filialzuchtbuch führenden Züchtervereinigungen verbindlich festgelegt. Besonders bei der Ausgestaltung des Zuchtprogrammes für die Rasse Missouri Fox Trotter sind die Züchtervereinigungen aufgefordert, den Grundsätzen des Ursprungszuchtbuches zu folgen.

Zucht der Rasse Missouri Fox Trotter

PSSM


Aus tierschutzrechtlichen Gründen soll mit Tieren, die den dominanten Gendefekt PSSM in homozygoter oder heterozygoter Form führen, nicht gezüchtet werden.
Träger des PSSM-Gendefektes verbleiben im Fohlenbuch für Hengste oder Stuten und können keine höhere Klasse des Zuchtbuches für Missouri Fox Trotter eingetragen werden. Sie erhalten eine spezielle Kennzeichnung im Equidenpass. Homozygote Trägertiere sind von der Zucht ausgeschlossen. Stuten, die einen positiven heterozygoten PSSM-Test vorweisen, nehmen an keinem Prämien-/Zuchtprogramm (Prämienstute, Elitestute) teil. Sie dürfen nur mit Hengsten angepaart werden, die keine PSSM-Träger sind. Der dominante Gendefekt wird im Equidenpass eingetragen und im Stutenverteilungsplan veröffentlicht.
Alle Nachkommen von Trägertieren müssen vor der Eintragung einen PSSM-Test vorlegen. Sind die Nachkommen PSSM frei, so können sie in die Klasse des Zuchtbuches für Missouri Fox Trotter eingetragen werden, deren Eintragungsbedingungen sie erfüllen. Liegt von beiden Elterntieren ein negativer PSSM-Test vor, so muss von dem Nachkommen kein PSSM-Test mehr vorgelegt werden.

Leistungsprüfung

Die Leistungsprüfung Exterieur für Stuten und Hengste zur Feststellung des Zuchtwertteils Exterieur („äußere Erscheinung“) unter besonderer Berücksichtigung des Bewegungsablaufs der Pferde und Leistungsprüfungen Reiten zur Feststellung des Zuchtwertteils Reitleistung für Hengste, Stuten und Wallache werden unter besonderer Berücksichtigung der Rittigkeit und des Verhaltens der Pferde durchgeführt. Die Leistungsprüfung für Missouri Fox Trotter erfolgt als Feldprüfung in Anlehnung an die Richtlinien der EMFTHA Leistungsprüfung – Reiten. Die bestandene Leistungsprüfung Reiten ist Voraussetzung für die Eintragung in die Zuchtbuchklasse I. Die bestandene, geführte Gelassenheitsprüfung ist Voraussetzung für die Eintragung in die Zuchtbuchklasse II.
Die Leistungsprüfung Reiten umfasst folgenden Prüfungsabschnitte:

  • Überprüfung Interieur Merkmale während des Prüfungstages für alle teilnehmenden Pferde
  • Prüfungen der Gänge unter dem Reiter im Dressurviereck für alle teilnehmenden Pferd (Performance)
  • Horsemanship Pattern
  • A. gerittene Gelassenheitsprüfung für alle teilnehmenden Pferde zur Eintragung in die Zuchtbuchklasse I
  • B. Geführte Gelassenheitsprüfung für alle teilnehmende Pferd zur Eintragung in die Zuchtbuchklasse II

Equidenpass

Nur für solche Pferde, die in das Zuchtbuch der EMFTHA eingetragen werden können, wird nach den Bestimmungen der DVO (EU) 2015/262 der KOM und den gesetzlichen Bestimmungen der Viehverkehrsverordnung vom 03.03.2010 auf Antrag ein Equidenpass inklusive Zuchtbescheinigung ausgestellt. Die Zuchtbescheinigung muss stets mit dem Equidenpass verbunden sein.
Die Zucht-Equidenpässe der EMFTHA haben die Farbe Lila. Anhand dieses Passes ist schnell zu erkennen, ob ein Missouri Fox Trotter im Zuchtbuch der EMFTHA e.V. eingetragen ist.

Hengstkörung

Die Körung ist die Entscheidung der EMFTHA über den Einsatz eines Hengstes im Rahmen des Zuchtprogramms. Zur EMFTHA Körung werden mindestens dreijährige Hengste zugelassen. Die empfohlene Zielgruppe für die Körung sind fünfjährige und ältere Hengste. In die Körentscheidung gehen insbesondere die Merkmale der äußeren Erscheinung ein. Die Körung umfasst:
  • Identifizierung und Vorstellung eines Hengstes an der Hand
  • Erhebung der Körpermaße nach Maßgabe der MFTHBA Bewertungsvorlage
  • Bewertung Exterieur in den Gangarten Walk, Flat Foot Walk und Fox Trot
  • Vorlage eines tierärztlichen Gesundheitszeugnisses und ein negativer PSSM-Test
Damit ein Hengst zur Körung zugelassen werden kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
  • Equidenpass inklusive Zuchtbescheinigung, sowie ein MFTHBA Certificate of Registration muss vorliegen
  • Die Identität des Hengstes muss direkt vor der Körung vom Zuchtbuchführer des Vereins oder einer vom Zuchtbuchführer beauftragten Person anhand der Farb- und Abzeichenbeschreibung und der Transponderkennzeichnung überprüft werden
  • Die Zuchttauglichkeitsuntersuchung eines von der EMFTHA zugelassenen Tierarztes muss vorliegen und den Anforderungen dieser ZBO entsprechen
  • Der Antragsteller hat eine schriftliche Erklärung über alle ihm bekannten operativen Eingriffe einschl. Arthroskopien zum Zwecke körperlicher Korrekturen vorzulegen
  • Muss ein negativer PSSM-Test vorliegen

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Quelle: www.tiergesund.de

PSSM ist die Abkürzung für die genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung „Polysaccharid Speicher Myopathie“, also eine Polysaccharid-Speicherkrankheit der Muskulatur. Bei dieser Krankheit werden Polyxaccharide, also Zuckermoleküle nicht richtig verstoffwechselt, sondern übermäßig in der Muskulatur des Pferdes gespeichert. Dies betrifft insbesondere die sogenannten Typ 2-Muskelfasern, die schnell und kraftvoll arbeiten.

Diese fehlerhafte Speicherung führt dazu, dass die Erregungsweiterleitung im Muskel gestört wird und es letztendlich zum Zelluntergang, also zum Absterben der Zellen, kommen kann. Dabei entsteht ein extremer Muskelschmerz und Muskelfarbstoff, sogenanntes Myoglobin, wird frei.

Symptome von PSSM

Diese Mechanismen lösen bei Belastung der Muskulatur eine deutliche Symptomatik aus, welche sich je nach Schweregrad des Anfalls unterscheidet. Die Symptome entsprechen denen der belastungsinduzierten Myopathie, die im Volksmund auch als „Kreuzverschlag“, „Lumbago“ oder „Feiertagskrankheit“ bezeichnet wird.

Bei milden Anfällen treten erste Symptome kurz nach einer Belastungseinheit auf (nach etwa zehn Minuten). Das betroffene Pferd zeigt oft einen aufgekrümmten Rücken, überstreckte, steife Hintergliedmaße und Bewegungsunlust. Es kann ebenfalls zu leichten Koliken kommen.

Bei mittelstarken Anfällen treten erste Symptome bereits während der Arbeit, etwa 20 Minuten nach Beginn, auf. Der Gang versteift sich, das betroffene Pferd bleibt häufig stehen und beginnt zu schwitzen. Die Muskulatur im Rücken, der Kruppe und den Hinterbeinen ist auffällig hart.

Auch erste Symptome eines schweren Anfalls äußern sich bereits während der Belastung. Hierbei zeigt das Pferd massiven Schweißausbruch, der u Dehydration führen kann, sowie Anzeichen einer Kolik und Bewegungsunfähigkeit. Die Muskulatur des Rückens, der Kruppe und Hinterbeine ist hochgradig schmerzhaft, zudem zittern betroffene Pferde häufig.

Hinzu kommen oftmals eine erhöhte Körpertemperatur, Kreislaufschwäche und das Absetzen kaffeebraunen Harns. Diese Dunkelfärbung des Urins ist auf das Freiwerden des Muskelfarbstoffs Myoglobin bei massiver Schädigung von Muskelfasern zurückzuführen und wird Myoglobinurie genannt.

Die Erbkrankheit ist „autosomal-dominant“. Das bedeutet, dass ein Pferd, das sowohl vom Vater als auch von der Mutter ein defektes Gen erhalten hat, ein extrem hohes Risiko hat, an PSSM zu erkranken und das Gen außerdem zu 100 Prozent an seine Nachkommen weitergeben wird. Das Pferd ist ein sogenannter Doppelgenträger.

Hat das Pferd lediglich von einer Seite ein defektes Gen erhalten, ist es ein sogenannter Einzelgenträger. Dann ist das Risiko, an PSSM zu erkranken, erhöht. Außerdem wird es den Defekt mit 50-prozentiger Wahrscheinlichkeit an seine Nachkommen vererben.

Typen von PSSM

Es werden zwei verschiedene Typen von PSSM unterschieden, bei denen verschiedene Gene betroffen sind. Dabei ist Typ 1 (PSSM1) mit circa 90 Prozent der Fälle weitaus häufiger. Diese Form von PSSM tritt eher bei stark bemuskelten Pferden auf.

Der Typ 2 (PSSM2) betrifft hingegen eher leicht bemuskelte Pferde.

Ein Gentest, für den entweder eine Blutprobe oder Mähnen- bzw. Schweifhaare (mit Haarwurzel) benötigt werden, kann den Verdacht auf PSSM Typ 1 abklären. Zu dem benötigten Material sowie den Kosten des Tests kann der behandelnde Tierarzt befragt werden.
Beim Gentest auf PSSM Typ 1 sind folgende Ergebnisse möglich:
Genotyp N/N: kein Gendefekt (Test negativ)
Genotyp N/PSSM: Einzelträger
Genotyp PSSM/PSSM: Doppelgenträger
Ist der Test trotz der Symptome negativ, könnte möglicherweise PSSM Typ 2 vorliegen. Diese Form der Krankheit kann bislang nicht mittels eines Gentests erkannt werden, da das entsprechende Gen noch nicht identifiziert ist. Hier ist es nötig, eine Muskelbiopsie zu entnehmen und untersuchen zu lassen.

Der Gendefekt, der bei einem Pferd zu PSSM führt, lässt sich nicht heile. Jedoch kann den Anfällen durch eine angepasste Fütterung, angemessenes Training und gute Haltungsbedingungen vorgebeugt werden. Auf diesem Weg können die Lebensqualität und Lebenserwartung des betroffenen Pferdes annähernd normal erhalten werden.

Die Ernährung eines Pferdes mit PSSM sollte besonders im Hinblick auf die Energiequelle umgestellt werden. Ratsam ist ein Verzicht auf stärke- und zuckerreiche Futtermittel, wie Getreide oder melassierte Produkte. Besteht bei Pferden zusätzlich zum Erhaltungsbedarf, der weitgehend mit Raufutter gedeckt werden sollte, ein erhöhter Energiebedarf, kann das Pferdfutter mit erhöhtem Fettanteil eingesetzt werden.
Neben einer bedarfsgerechten Energiezufuhr ist ebenfalls auf eine ausreichende Versorgung des Pferdes mit Nährstoffen, insbesondere Vitamin E, zu achten. Ein guter Vitamin E-Lieferant ist zum Beispiel Luzerne. Darüber hinaus kann ein hochwertiges Mineralfutter den Bedarf an Nährstoffen decken.
Zusätzlich zur angepassten Fütterung sollte die Behandlung von PSSM betroffener Pferde durch regelmäßige, dem Trainingsstand entsprechende Bewegung ergänzt werden. Sowohl gezieltes Training beim Reiten als auch der Gang auf die Weide können hierzu beitragen.

Folgen von PSSM

Durch eine Laboruntersuchung von Blut und Harn kann der Tierarzt nach einem Anfall das Ausmaß der entstandenen Muskelschädigung einschätzen. PSSM-Anfälle schwächen das betroffene Pferd, der Muskel kann sich jedoch – je nach Ausprägung der Schädigung – regenerieren. Besonders schwere Anfälle können ohne die richtige Behandlung allerdings lebensbedrohlich sein.
Wird auf eine angemessene Fütterung und Haltung geachtet, kann ein Pferd trotz PSSM ein langes und nahezu normales Leben führen. Trotzdem ist die Krankheit, die unerkannt lebensbedrohlich für das Pferd sein kann, nicht zu unterschätzen und von einem Einsatz in der Zucht ist bei Genträgern unbedingt abzusehen.

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